Saturday, August 8. 2009Die wundersame Verwandlung von Flip Flops in Hauspantoffeln...
oder wie man mit Flip Flops aus dem Haus geht und mit Pantoffeln zurueckkommt... oder wie man eine Pantoffelheldin wird... oderoderoder...
Lang, lang ists her, dass ich den Blog gepflegt habe... aber ich wollte ja euch auch nicht mit alltaeglichen Dingen langweilen... Aber ich denke, wenn sich Flip Flops in Hauspantoffeln verwandeln, dann ist das erzaehlenswert und vielleicht nicht ganz so alltaeglich! Eigentlich waren meine FLip FLops ja auch nichts besonderes... eben Flip Flops, aber sie waren ganz nette hippe Flip Flops aus dem australischen Urlaub und ich hatte sie doch so sehr gut eingelaufen, dass ich quasi blasenfrei durch die Welt lief. Das ist wohl jetzt aber Geschichte. Denn nachdem ich ganz gewoehnlich wie immer in mein tollen hippen Flip Flops aus dem Haus watschelte, um gleich nebenan zur Massage zu gehen, konnte ich ja nicht ahnen das ich mit Hauspantoffeln zurueckkommen sollte. Angekommen in der Massage habe ich mich wie immer ueberzeugen lassen, meine Schuhe auszuziehen, sie am Eingang stehen zu lassen und in unbequeme Massage-Pantoffeln zu steigen. Aber das war wohl mein bzw. das Verhaengnis meiner so tollen Flip Flops. Es ist ja nicht zum ersten mal passiert, dass mir der Massagebesitzer nach der Massge erzaehlen wollte, dass sich meine Schuhe wundersam in andere Schuhe verwandelt haben sollen. Aber immer fanden sich meine unverwandelten Schuhe dann doch noch irgendwie. Heute aber war alles anders. Sie waren verwandelt. Sie waren anders und sahen verdammt aehnlich aus wie die Schuhe eines anderen Gastes, der wohl schon ueber alle Berge war. Und so kann ich mir eigentlich nur eins vorstellen: naemlich, dass jetzt schwupsdiwups dieser Gast mit meinen Flip Flops ueber alle Berge ist und nun mit seinem breiten chinesischen Maennerfuss in meinen tollen Flip FLops durch die Welt spazieren geht... und ich zuallerletzt mit den Massage-Hauspantoffeln bis ans Ende meiner Tage herumwatscheln darf. Und da ihr jetzt wisst, wie das mit der wundersamen Verwandlung von FLip FLops in Hauspantoffeln funktioniert, kann ich euch nur davon abraten es auszuprobieren! Eure FLip-Flop lose Pantoffelheldin (blieb mir ja nichts anders uebrig, als mit den Pantoffeldingern nach Hause zu laufen Monday, May 26. 2008Rapunzel und die sieben Komoranenfischer
China - das Land der Märchen?
Wenn die Gebrüder Grimm das gewußt haetten. Sie hätten eben nur mal Marco Polo nach China folgen sollen und einen kleinen Abstecher nach Guilin machen sollen. Sie hätten ihr Freude gehabt und nicht von einer Rapunzel erzaehlt, sondern von hunderten Rapunzeln und tausenden von Komoranenfischern. Die Gegend von Guilin ist nicht nur bezaubernd und maerchenhaft, sondern gleicht gar einer verwunschenen schoenen Maerchenszenerie mit ihren nebligen Drachenreisterassen und Karstbergen. Und ist so ganz anders als Suzhou oder Shanghai. Und auch schon fast idyllisch, wenn man nicht gerade einer der vielen Rapunzeln in einem Reisfeld begegnet. Die chinesische Rapunzel hat naemlich mittlerweile den Weg von ihrer Burg runter zu den Reisterrassen gefunden und lebt nun davon ihre langen Haare zu verkaufen. Findet sich ein Tourist oder gar ein Laowei (alter Auslaender), dann werden die Haare ausgepackt und fuer Bilder zurechtgemacht. Das ganze kostet dann je nach Haarlaenge und Verhandlungsgeschick pro Meter 1 Euro. Neben den Rapunzeln in den nebligen Reisterassen Longji, gab es dann in Yangshuo die Komoranenfischer zu bewundern. Die Komoranenfischer zeichnen sich vor allem durch ihre Komoranen (das sind Vögel, die nach der Dressur für den Fischer Fische fangen) aus. Aber auch hier geht es nicht um das Fischen mehr alleine. Ein Bild kostet hier je nach Anzahl der Komorane und nach Bartlänge des Fischers 50 Cent pro Vogel und 20 cm Bart. Was haetten die Gebrueder Grimm da nur gemacht? Die haetten vor lauter Profitgier die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und lieber Reißaus aus Guilin genommen mit einem der tausenden Bamboorafts, die an jeder Ecke für wenige Yuans zu mieten waren. China ist eben doch kein Märchen - traumhaft und bezaubernd aber schon, wenn man das ein oder andere mal das Profitgetummel ausblenden kann... bezaubernde Grüße J + T Thursday, May 22. 2008Numbers - von guten und von schlechten Nummern
Aberglaube gibt es ueberall - aber so stark ausgepraegt wie in China nicht wirklich... Ist bei uns die Zahl 13 etwas negativ vorbelastet, so ist die Zahl 4 und 14 in China noch um tausend mal schlimmer. Erfahren kann man das sehr einfach, indem man in das erstbeste Hochhaus in Shanghai oder Suzhou aufsucht und einfach mal versucht in den vierzehnten Stock zu fahren. Das geht naemlich nicht! Den Stock gibt es einfach nicht! Wer will denn auch im vierzehnten Stock leben. Dagegen ist 8 eine richtig gute Zahl. Und ratet mal in welchem Stock wir wohnen? Na wo wohl? IN 8! Das soll angeblich Reichtum bringen. Ausserdem bringt die 8 eine lange Warteschlange mit sich, wenn man sich einen neuen Telefonanschluss holen muss. Da gibt es dann naemlich Chinesen, die stundenlang mit der Telekomfrau diskutieren wollen, ob sie nicht doch noch eine Telefonnummer mit 8 aus irgendeiner Schublade ziehen kann. Als Auslaender laesst man sich dann mit einer einfachen Telefonnummer mit vielen 4en und womoeglich einer 14 abspeisen. Aber so eine Nummer wie 137 44441444 ist fuer uns Auslaender gut zu merken und auch wenn es wahrscheinlich einen Chinesen graust diese Nummer einzutippen, freuen wir uns ueber wenigere nervige Spam Anrufe und SMS
Deswegen heisst es wohl auch hoch8ungsvoller Gruss und nicht hoch4ungsvoller Gruss, wie auch immer schoenen Gruss J+T Wednesday, April 9. 2008China - Hong Kong - Macao - Hong Kong - China
oder wie man in 5 Tagen 8 Stempel in seinem Reisepass sammeln kann.
Und das geht so: Man faehrt mit 430 Sachen mit dem Transrapid zum Flughafen in Shanghai und checkt aus Shanghai aus, steigt in den Flieger und checkt dann in Hong Kong ein. Wenn man dann nach Macao fahren will, checkt man eben wieder aus HK aus und checkt in Macao wieder ein. Nach einer Runde Roulette in einem der Riesen Casinos in Macao (50 Km östlich von HK) checkt man wieder aus Macao aus und in HK ein. Und was muss man machen wenn man wieder nach Shanghai fliegen will? Erst aus HK auschecken und in Shanghai wieder einchecken? Richtig!!! Und man darf nicht vergessen: Wir befinden uns die ganze Zeit in ein und demselben Land, naemlich in China!!! Aber das bedeutet gleichzeitig, 4 mal den Zoll mitmachen, 4 mal Schlange stehen, 8 Stempel im Reisepass, die gleich 2 Seiten des Reisepass fuellen, und 3 verschiedene Waehrungen gleichzeitig im Geldbeutel zu managen... und das innerhalb von 5 Tagen... Aber die 8 Stempel lohnen sich auf alle Faelle! Hong Kong ist naemlich supersuper britisch - und Macao supersuper portugiesisch - und das haben wir wirklich nach 3 Monaten China genossen. Ein Stück Europa! Im Verkehr fahren zwar alle links, aber im Gegensatz zu China (Rechtsfahrgebot), wo das eben auch vorkommt, gibt es hier ja auch die Linksfahrregel... hier herrscht eben Zucht und Ordnung... hier wird nicht gedraengelt, es wird sich angestellt... man spricht englisch... man steht sogar an der Rolltreppe brav rechts, um andere Passanten vorbeizulassen. Man haellt bei einem Zebrastreifen fuer Fussgänger an... Es gibt in Mengen europaeisches Essen... man spricht englisch... stopp...uuuppsss... ich glaube ich befinde mich gerade in einem Europarausch... sorry... Auf alle Faelle haben wir eine super Zeit in HK gehabt... Angefangen bei supergenialen Spaziergaengen in und um HK, Shoppingrausch in Riesen Einkaufshallen, Wanderungen von einem Riesenbuddha zu Riesenmengen getrocknetem Fisch (getrockneter Fisch ist in China eine Spezialitaet) in einem Fischerdorf, bis hin zum Verzocken von 2 Euro in einer Macauer Spielhöhle (Macao ist als chinesisches Las Vegas verschrieen). Uebrigens hatte in der Zwischenzeit mal 8 Euro als Zwischengewinn und waere bestimmt mit einer Millionen rausgegangen, waere da nicht so ein Spielverderber gewesen, der unbedingt nach HK zurueck wollte Gruss vom Zocker und Spielverderber mit 8 Stempeln mehr im Reisepass Tuesday, April 1. 2008Von Mongolen, Schnaps und 3 Tönen
Die innere Mongolei ist eines der nördlichsten Gebiete und damit eben auch eines der kältesten Gebiete Chinas. Im Winter wird es hier bis zu eisigen - 40 Grad kalt. Vielleicht ist das eben auch einer der Gruende, warum hier der 60 prozentige Beijiu Schnaps hergestellt wird. Dieses Teufelzeug brennt nämlich aus jedem auch jedes letzte Anzeichen von Kälte von innen heraus.
Das konnten wir auch dort gleich am eigenen Leibe erfahren. Nachdem wir in ein mongolisches Zelt zu einer altmongolischen Zeremonie eingeladen wurden, mussten wir natürlich auch die alten mongolischen Bräuche mitmachen. Und einer dieser Bräuche ist eben auch, einen Verbrüderungsschnaps (in meinem Fall Verschwesterungsschnaps) zu trinken. Dieser Brauch war bei den alten Mongolen ein Ritual zur Aufnahme eines neuen Mitglieds in ihre Gemeinschaft. Natürlich wollten wir keine Spielverderber sein. Aber dieser Brauch bedeutet nicht ein mal ein Glas Schnaps mi dem Mongolen zu trinken. Nein! Man muss gleich dreimal hintereinander das Teufelszeug aus einem Kelch (und eben nicht so ein billiges kleines Schnapsglas) trinken. Und der alte Mongole muss natuerlich nicht mitrinken und lächelt einem die ganze Zeit nüchtern zu, wenn man versucht würdig in diese Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Bei der Verschwesterung machten sie Gottseidank eine kleine Ausnahme. In meinem Fall trank ich dreimal Wasser und alle Chinesen und nichteingeweihten Mongolen, staunten als ich nach dem vierten Glase "Schnaps" verlangte. Dieses letzte hatte es dann aber wirklich in sich. Und so konnte ich mit meinen deutschen Mitbrüdern mitfühlen, die bestimmt einen halben Liter Schnaps so in sich reingeschüttet hatten. Neben dem ganzen Saufgelage, gehören Lieder und Musik aber auch sehr stark zu den alten mongolischen Traditionen. Aber so wie eben ein Glas Schnaps nicht zur Aufnahme ausreichte, sondern erst drei Gläser, reichen dem alten Mongolen nicht eintönige Stimmen, sondern es müssen gleich dreitönige Stimmen sein. So entblösste ein junger Mongole seine atemberaubende dreitönige Stimme und raubte uns sprichwörtlich mit diesen 3 Tönen den Atem. Ihr denkt jetzt alle: die hatten doch einen im Tee! Das stimmt auch! Aber wir haben den Videobeweis. Und diese Lieder waren wirklich atemberaubend, neben all dem Schnaps... Ein hicksiger Gruss ... hicks... J+T Wednesday, March 5. 2008Von Mönchen und fallenden Bäumen
Nach ungefaehr einer Stunde Taxifahrt und hunderten chaotischem Spurwechseln, drei fast überfahrenen Fussgängern, fünf haarscharf gestreiften Autospiegel kamen wir unserem Wochenendausflugsziel näher: dem Tai Hu Lake, ein Riesensee, der nicht ganz 30 km entfernt von Suzhou liegt. Unser erstes Ziel war der Mondtempel von Mudu, ein kleiner Vorort Suzhous. Wenn man an so einen buddhistischen Tempel denkt, dann assoziert man damit häufig kahlgeschorene Mönche die voller Besinnlichkeit betend in einem Tempel ihren Tag verbringen. Ganz anders kam es in diesem Tempel. Die Mönche in diesem Tempel sind zwar auch kahlgeschoren, aber dafür umso aktiver. Für nur 50 Cent Eintritt bieten Sie eine lustige Show. Die Show heisst: Wie fälle ich ziemlich schnell ohne viel darüber nachzudenken den doofen toten alten Baum, der das Fengshui des Tempels stört? Mit mehr oder weniger viel Ying Yang ging es also darum einen alten Baum zu fällen. Dass dieser blöde Baum in alle möglichen Himmelsrichtungen fallen kann und gegebenenfalls auch das Dach eines Tempelteils kapputtschalgen kann, wurde dabei nicht bedacht.
Für uns hiess es dann nur: Schnell weg, Video noch schnell abspeichern und in einer ruhigen Ecke die Fällszenerie noch einmal analysieren (Video zu der Geschichte findet ihr unter: www.gefundenes-fressen.de/images/China/stupid_tree.MOV). Nach so viel Aufregung ging es weiter auf eine Insel des Tai Hu Sees. Dort gab es neben spannenden Pagoden und alten Höhlen die Pflaumenblüte bei einem Bombenwetter zu bewundern. Das war ja alles auch sehr schön für uns, nur dass sich das tausende von Chinesen eben auch dachten. So schossen wir wie eben auch all die einheimischen Touris Bilder von Plaumenblüten, Bilder von uns selbst, Bilder von uns selbst mit Plaumenblüte, usw... Als mich dann eine Chinesin nach einem Foto fragte, dachte ich mir dabei nichts dabei und bejahte ihre Anfrage mit einem grossen OF COURSE... Dass sie mir dann nicht die Kamera gab, verwunderte mich erst etwas. Als sie dann aber ihren chin. Freund neben mir positionierte und ein Bild von uns beiden schoss, war ich baff. Sie meinte nur so etwas ich wäre wirklich BEAUTIFUL und zischte mit ihrem Freund, Kamera und eben gemachten Bild ab. Zurück blieb ich total verdattert und etwas verwirrt... Aber keine Sorge ich werde mir nichts darauf einbilden. Höchstens, wenn das jetzt noch öfters vorkommen sollte Nach so viel Aufregung und Geschichten ging es auf die Heimreise... und da es auf der Insel so gut wie kein Taxi gibt, hiess es sich mit tausenden von Chinesen in den Bus hineinzudrücken und Richtung Heimat zu fahren. Das schöne bei einer solchen Busfahrt ist, dass man sich sehr schnell näher kommen kann, es einem nicht kalt wird und man auch wenn man keinen Platz bekommt, keine Angst haben muss, dass man im Bus umfällt... Trotz aller Busfahrtvorzüge fahre ich persönlich lieber Taxi... Ein grosser YinYang Gruss, J + T Saturday, February 23. 2008Yoga und Karma
Pah waehrend andere mit ihren Fahrraderlebnissen euch zu beeindrucken versuchen, habe ich mein Karma und meine innere Ausgeglichenheit gesucht. Und zwar bin ich hier in unserem Compound direkt in einem Yogaclub fündig geworden.
Vorbereitet hatte ich mich auf einen riesigen Raum mit hunderttausenden von Chinesinnen, die gelenkig und elegant sich vom sterbenden Schwan bis hin zur Babyhaltung räkeln würden. Es kam anders. Es war keiner da, ausser mir und einem indischen Yogalehrer. An sich ist so ein Einzelunterricht eine gute Sache. Aber andererseits, kann man sich auch nicht einfach mal ausruhen und hinter den anderen Kursteilnehmern verstecken. So starb ich in der sterbenden Schwanhaltung tausend Tode... Und während der Yogalehrer seinen Körper in alle Richtungen um 397 Grad drehen konnte, reichte es bei mir vielleicht fuer 20 Grad aus... Echt anstrengend dieses Yoga. Drei Tage später trotz herumliegen wie ein totes Faultier meldet sich die Muskelmieze immer noch bei mir. Aber ich denke mal, dass es sehr effektiv war und die Entspannungsübungen (Meditation) haben mich wirklich begeistert... Ein hoch auf euer Karma, Jeannine Friday, February 22. 2008Radsaison eröffnet
Seid bereit - liebe Pioniere,
ich möchte Euch hiermit mitteilen, daß ich heute die Radsaison in China eröffnet habe. Hu Jintao, unser derzeitiger Chef, konnte leider nicht teilnehmen, da er schon verplant war. Naja...so bin ich halt alleine von unserem Appartment zur Arbeit gefahren. War auch ganz nett. Eine Strecke beträgt immerhin - bei deutscher Fahrweise - ca.13km. Bei chinesischer Fahrweise kommen noch ein paar Meter hinzu. Das gute hier in Suzhou ist, daß alles topfeben ist. Und, daß es die eBikes gibt. Die Dinger fahren maximal 30-35km/h. Und je nachdem wie gut man gerade drauf ist, sucht man sich den schnelleren oder langsameren Fahrer aus, um den Windschatten zu nutzen. Feine Geschichte. Das funktioniert leider nur solange, bis der Fahrer abbiegt oder man von der chinesischen Fahrweise genervt ist. Aber zum kurzen Ausruhen reicht's allemal. Und wettertechnisch war's heute auch top zum Radeln. Wir hatten jetzt abends noch 15Grad draußen. So lässt es sich aushalten. Übrigens wird ab 1.Mai hier Bugs-Bunny im Fernsehen verboten. Die wollen damit die heimische Animationsindustrie ankurbeln. Und irgendwas sagt mir, daß das sogar funktionieren sollte! (: So, das reicht erstmal wieder. Bis die Tage. Mit sozialistischem Gruß, Toni Sunday, February 17. 2008KTV
Hotpot und KTV
Hi, ihr da draußen. Nachdem wir heute unsere 1. kleinere Radtour hinter uns haben - ist übrigens super zu fahren hier, da alles eben und asphaltiert - wollte ich kurz von unseren Wochenend-Aktionen erzählen. Am Samstag abend waren wir lecker Hotpot essen. Da gibt's für jeden einen, wie der Name schon sagt, Topf mit heißer Brühe. Die Brühe ist wählbar, der Topf nicht. Das ganz steht dann quasi wie beim Fondue auf ner Flamme und köchelt vor sich hin und her. Als Zutaten gibt's eigentlich alles. Scampis, dünn geschnittenes Fleisch, Pilze, Nudeln oder diverse chinesische Spezialitäten. Sobald die Brühe kocht, wirft man, je Lust und Laune, die Zutaten in den Pot, wartet kurz und ist das ganze dann mit leckeren scharfen Soßen. Alles in allem kann man so locker 2 Stunden mit Essen und Trinken verbringen. Das ist echt ne feine Geschichte, die man ruhig mal ausprobieren darf... O Christmas tree, O Christmas tree! How are thy leaves so verdant! Wer hat's erkannt? Ja, genau: Es ist unser aller bekanntestes Weihnachtslied. Und genau das, haben wir gestern abend nach dem Hotpot gesungen. In einer Karaoke-Bar. Okay, als Bar würde ich das nicht bezeichnen. Denn der Laden war ungefähr so groß wie ein handelsübliches 2-stöckiges Kaufhaus. Und darin gab's fast 120 kleinere und größere Zimmer. Jedes Zimmer ist ausgestattet mit 2 Mikros, diversen Rasseln und einem riiiieeeesigen Bildschirm. Und sobald man die chinesische Bedienung des Musikautomaten mal kapiert hat, kann's auch schon losgehen. Am Ende haben wir in so einem Zimmer 2Stunden mit Singen verbracht und waren danach ganz schön heißer. Aber der Vorteil dieser kleinen Zimmer ist, daß man wirklich nur im vertrauten Kreise dort sitzt. D.h., man darf völlig ungehemmt ins Mikro schreien. So, daß war's auch schon. Ich hoffe, euch geht's ansonsten gut!? Ganz und liebe Grüße, T+J Sunday, February 10. 2008Silvesterkrieg und Venedig des Ostens
So laut allen Vorhersagen von China-Erfahrenen bereiteten wir uns darauf vor den "Silvester-Weltkrieg" zu Chinese New Year zu erleben: Wir legten uns also einen Vorrat an Essen und DVDs zu. Bereit in unserem Bunker im 8. Stock eine Weile zu ueberleben. Und in der Tat war der Silvesterkrieg zwar sehr laut und 3 Tage lang und die Raketen um einiges lauter, groesser als deutsche (Man muss sich vorstellen, dass hier jeder Chinese anstatt einem kleinen Tischfeuerwerk, ein richtiges Stadtfeuerwerk zuendet )... aber neben all der Schiesserei, gab es dann doch den ein oder anderen lichten Moment, wo man einen Ausflug wagen konnte... und so wollten wir herausfinden was Marco Polo vor 1000en Jahren an Suzhou so venedighaftes fand (angeblich laut Marco ist Suzhou das Venedig Ostens)... Und jepp: Es gibt sie die Kanaele und die bezaubernden Bruecken neben all den Tempeln und Pagoden... nur dass einen an den verschiedenen Ecken nicht venezianische Masken entgegenschauen, sondern an Wäscheleinen neben der Wäsche Huehchenfüssen und Fischhälften hängen. Eben die östliche Variante Venedigs
Kein Wunder, dass wir dann zu zweit hier in China für 2,40 Euro essen gehen können... Es gibt ja quasi keine Kühlkosten, wenn man das Fleisch an Leinen aufhängt. Das mag bei 5-10 Grad Aussentemperatur ok sein, aber im Sommer? Ich freu mich schon auf den Sommer... Aber vielleicht können wir dann wieder abnehmen. Ich als Durchschnittsdeutsche habe mir heute nämlich eine XL-Hose kaufen müssen... echt erniedriegend, wenn die Verkäuferin zu einem sagt, dass man "sehr groß" ist. Aber das ist alles eine Frage der Relation... vielleicht sind Chinesinnen einfach "sehr klein". Wednesday, January 30. 2008Schneechaos zu Chinese New Year
Chinese New Year bedeutet im Allgemeinen schon im chinesischen Alltagsleben viel Aufregung. Und zwar darf man sich Chinese New Year vorstellen wie in Deutschland Weihnachten, Ostern und Silvester zusammen. Wenn bei uns, sagen wir mal 40 Millionen Deutsche nach Hause reisen, dann reisen in China zu dieser Gelegenheit 600 Millionen. Und wenn dann noch ein kleines Schneechaos (das wohl schlimmste seit 50 Jahren) dazukommt, ist die Aufregung perfekt: Zugkartenverkauf eingestellt, Flüge und Buslinien gestrochen, manche Zugstrecken lahmgelegt, Hunderttausende sitzen auf einem Bahnhof in Guangzhou fest, Millionen von Chinesen sind irgendwo fern ihrer Heimat gestrandet, Lebensmittelengpässe, die Lebensmittelpreise steigen, es kommt zu Stromausfällen und die Kohle wird knapp...
Man muss auf den Strassen auch wirklich feststellen, dass das Medium Schnee den meisten nicht geläufig ist. Neben all den schlitternden Autos und Bussen (natürlich hat hier so gut wie keiner Winterreifen, geschweige denn sowas wie ABS), darf man sich nicht wundern, dass weiterhin der Einheimische auf sein Fahrrad oder Elektrobike (Reifen so dünn wie ein Fahrradreifen) steigt und sich auf Rutschpartie begibt. Eine andere hier sehr verbreitete Schneebekämpfungsmethode (hier gibt es natürlich keine ordentlichen Schneeschippen) ist einfach Wasser auf den Schnee zu schütten. Man würde sich überhaupt nicht wundern, wenn Katharina Witt gleich im Anschluss eine ordentliche Pirouette hinlegen würde. So hofft mit uns, dass diese Zustände sich bald ändern, sonst befürchte ich, dass wir demnächst auch im Kalten sitzen müssen... Monday, January 28. 2008Wie man aus einem Hotel herausgeschmissen wird...
Diese schmerzliche Erfahrung durften wir dieses Wochenende in Shanghai machen! Und das lag nicht unbedingt an unserer Kreditwuerdigkeit - nein - viel mehr an unserer Ausweiswuerdigkeit... für eine Aufenthaltsgenehmigung hatten wir unseren Reisepass nämlich Anfang dieser Woche auf einem chinesischen Amt in Suzhou abgegeben. Da hätten wir wahrscheinlich auch übernachten dürfen, aber natürlich nicht in unserem tollen schnicken Hotel in Shanghai (und da macht der chin. Staat keine Ausnahme). Aus der Patsche hat uns dann ein Freund aus unserem Chinesisch Sprachkurs. Der nahm uns sozusagen auch schwarz ohne Ausweis auf (nochmal ein grosses XieXie an unseren Gastgeber!).
Nach all der Aufregung konnten wir dann uns ganz auf das verschneite Shanghai konzentrieren. Eine faszinierende Metropole (ich erspare euch jetzt alle langweiligen Details) mit wahnsinnigen Kontrasten. Aber nach 2 Tagen 20 Millionen Metropole waren wir dann wieder froh in unsere Kleinstadt Suzhou (nur 6 Millionen) zurueckzukehren - auch wenn es am Bahnhof wie bei einem Take That Konzert zuging. Tausende Menschen, die sich irgendwie in einen Zug quetschen wollen (wir hatten mal grob ausgerechnet, dass unser Zug so um die 1500 Sitzplätze verfügen musste). Das ganze geht dann auch recht gut organisiert über die Bühne. Auf den Bahnhof dürfen nur Menschen mit einem Ticket. In einer Wartehalle wartet man dann bis kurz vor knapp und wird dann zu Tausenden auf den Bahnsteig geschleust... echter Wahnsinn aber irgendwie muss man die Massen ja transportieren... Thursday, January 17. 2008Toni - der geborene Showmaster
Kaum eine Woche waren wir hier in China und schon ließ Toni sich zu dem größten Auftritt seiner Showmasterkarriere verleiten.
Aber vielleicht kurz zur Erläuterung: Unsere Firma gibt jedes Jahr kurz vor Chinese New Year eine Annual Dinner Party für alle Mitarbeiter. Das bedeutet, dass eine Messehalle für 2000 Leute angemietet wird und eine Riesen-Show organisiert werden muss. Angefangen bei Showeinlagen wie Karaoke, Tänze (alles natürlich von Mitarbeitern aufgeführt) bis hin zu einer riesigen Lotterie (letztes Jahr gab es ein Auto zu gewinnen, dieses Jahr nur eine Bali-Reise). Und jetzt könnt ihr euch Toni auf der Bühne vorstellen als Showmaster vor all den Leuten. Nicht? Also ich kann es bestätigen. Meine Wenigkeit hat sich nämlich ganz unspektakulär aus der Ferne bei einem netten chinesischen Dinner mit 2000 Leuten im Raum die Show mit Toni dem Showmaster genossen. War schon seltsam den eigenen Freund auf einer Riesenleinwand zu sehen. Da kommt man schon ins grübeln, ob man jetzt mit einem Star zusammen ist und wie man sich all die Teenies vom Hals fällt. Aber allzu lange konnte ich diesen Gedanken nicht nachgehen. Das Bier für umme tat seine Wirkung und nach und nach wurden die Leute um mich herum immer besoffener. Bis zu dem Höhepunkt als ein Chinese an meiner Seite mal schön das Essen und das viele Bier an Ort und Stelle neben mir loswurde. Und kaum war das letzte Los gezogen und Toni hatte noch nicht einmal seine Abschlussworte vorgetragen, da war die Halle auch schon leer. Der Showmaster und J (übrigens haben wir die Bali-Reise leider nicht gewonnen) Wednesday, January 9. 2008Von chinesischen WLAN-Routern und AI's
Habt ihr schon einmal 8 Stunden lang einen WLAN-Router bei euch zuhause installiert? Nein? Wir schon! Das passiert einem nämlich, wenn man einen chinesischen Verkäufer glaubt, dass die Software des WLAN-Routers auch in englisch sei. Aber was gibt es schöneres als ein chinesisches Zeichenrätsel zu lösen, um herauszufinden was die chines. Schriftzeichen für "Bitte verschluesseln sie ihren WLAN-Zugang nicht, damit Sie der chinesische Staat aushören kann". Aber wie ihr seht waren wir erfolgreich und haben den chinesischen Router bezwungen. Aber das hat uns einiges an Geduld gekostet.
Geduld haben wir heute abend auch noch einmal beweisen müssen, als wir unser Vorstellungsgespräch (oder sollte man es etwa besser wildes Hin- und Hergestikulieren betiteln) mit unserer zukünftigen Haushaltshilfe (hier auch AI genannt) hatten. Da waren wir aber froh, dass wir in unserem 3-wöchigen Chinesischsprachkurs gelernt haben, was die Übersetzung für Parkettbodenreinigungsmittel und Staubsaugerfilter ist. Sie sprach natürlich kein Wort englisch und hat sich wie ein Schnitzel über den Staub, den sie in unserer Wohnung gefunden hat, gefreut. Ihre Freude nahmen wir dann auch zum Anlass, sie zur zukünftigen Wohnungsstaubbeseitigung einzusetzen. Ciao, eure J und T Wednesday, January 2. 20081.Arbeitstag
Heute war unser 1.Arbeitstag. War super. Haben mittags lecker und kostenlos in der Kantine gegessen (ist hier normal). Rückzu ging's mit dem Shuttlebus nach Hause. Natürlich auch kostenlos! (:
Gestern abend haben wir übrigens unsere ersten Dim Sum gegessen. Echt lecker die Teile. Das sind gefüllte Teigtaschen mit Gemüse drin. Oder Fleisch. Je nach Belieben. Ich freu mich schon die Dinger live zu Essen. Unsere waren nur aus der Gefriertruhe. Also, seid lieb gegrüßt, T+J |
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